"Fäden des Glücks"

Autorin: Julia Peczynsky

Verlag: Knaur, 2000, 367 S.

ISBN: 3-426-61286-0 

Bewertung: 4.5 

Im Februar des Jahres 1909 kommt die achtzehnjährige Eilika Brandt auf der Suche nach einer neuen Stelle in das süddeutsche Residenzstädtchen Lindenbronn. Eilika, die im Waisenhaus aufwuchs, und seit ihrem vierzehnten Lebensjahr als Dienstmädchen tätig war, findet eine Anstellung als Zofe der nur ein paar Jahre älteren Baroness Orthia, der selbstsicheren, verwöhnten Tochter von Baron und Baronin von Pützlau. Die von Pützlaus behandeln die Angestellten in ihrem fortschrittlich eingerichteten Haushalt gut, und die zurückhaltende Eilika hat sich bald eingelebt und fühlt sich wohl.

Eilika hegt eine schwärmerische Zuneigung zu Baroness Orthia, und auch diese, die mit der temperamentvollen, besitzergreifenden und eifersüchtigen Contessa Fiammetta Pierobaldi eine Liaison hat, entwickelt tiefere Gefühle für ihre Zofe. Bald beginnen Eilika und Orthia eine Liebesbeziehung, von der niemand etwas ahnt; nur Lady Charlotte, eine gute Freundin Orthias, erfährt davon und macht Orthia Vorhaltungen, dass sie Eilika nur als Spielzeug benutze und sich nicht darum kümmere, was mit ihr geschähe, würde ihre Beziehung bekannt werden - worauf Orthia nichts zu erwidern weiss. Eilika hört zufälligerweise das Gespräch mit, und verlässt lieber Lindenbronn und die von Pützlaus als weiterhin gedemütigt zu werden.

Durch Lady Charlottes Hilfe gelangt Eilika nach Wien und erhält eine Anstellung als Näherin bei der bekannten Couturiére Odile Bernhardt. Diese erkennt bald Eilikas Talente und so steigt Eilika bald zu ihrer Assistentin und später sogar zur Teilhaberin des gutgehenden Modesalons auf. Eilika versucht, ihren Schmerz über die Trennung von Orthia zu vergessen, indem sie völlig in ihrer Arbeit aufgeht; später geht sie eine Beziehung mit Isabella Levay, einer ihrer Kundinnen ein. Orthia dagegen gibt sich zunächst völlig ihrem Kummer hin, verfällt in tiefste Depressionen, und hat an nichts mehr Interesse oder Freude. Es dauert lange, bis sie beginnt, auf dem Gut Tannalp, das ihrer Großmutter gehört, eine Pferdezucht einzurichten, wie sie es sich schon lange erträumt hatte.

Kurz vor Beginn des ersten Weltkrieges treffen Eilika und Orthia wieder aufeinander; besteht für sie noch eine Chance, ihre Beziehung wieder aufzunehmen?

Mitreißende, in sehr stimmungsvollen Bildern erzählte Geschichte mit einem außergewöhnlichen Handlungshintergrund, sympathischen, gut charakterisierten Haupt- und Nebenfiguren; sehr zu empfehlen.

Review von Sabine R., 18.10.2001

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