"Gondeln aus Glas"

Autor: Nicolas Remin

Verlag: Verlag Kindler, 2007, 365 S

ISBN: 978 3 463 40494 3

Bewertung: 5.0



Venedig, im Juni 1864: Mitten in der Nacht wird Commisssario Alvise Tron von seiner Angetrauten, der Principessa, zu einem Mordfall gerufen - Kostolany, ein Kunsthändler, ist erdrosselt worden. Aus dessen Notizbuch entnimmt Tron, dass Kostolany an diesem Tag mehrere Termine hatte, so ist unter anderem der russische Großfürst Troubetzkoy eingetragen, wie auch eine Signora Caserta. Recht bald findet Tron, unterstützt von seinem findigen Assistenten, Sergente Bossi, heraus, dass die Signora in Wirklichkeit Marie Sophie, Königin von Neapel, ist, die, da sie dringend Geld benötigt, in Begleitung ihres treuen Gefolgsmannes Orlow, einen echten Tizian an Kostolany verkaufen wollte - und genau dieser Tizian ist das einzige Gemälde, das aus dem Palazzo des Kunsthändlers verschwunden ist. Aber auch der Großfürst scheint irgendwie in den Mordfall verwickelt zu sein; da er jedoch diplomatische Immunität genießt, ist er praktisch unangreifbar.

Dann überstürzen sich die Ereignisse; der Tizian taucht plötzlich wieder auf - doch dieses Gemälde ist eine Fälschung; das Original bleibt weiterhin verschwunden; ein weiterer, als Unfall getarnter, Mord geschieht - der Fall wird immer verzwickter. Noch dazu muss sich Tron mit einer Werbekampagne, die seine Mutter, die Contessa Tron, und die Principessa di Montalcino zur Einführung des "Tron-Glases" durchführen wollen, befassen; die Contessa drängt ihn, den echten Tizian baldmöglichst aufzufinden, damit die Königin aus Dankbarkeit zu ihrem großen Ball kommen würde. Nicht genug der Komplikationen, verlangt auch Trons Vorgesetzter, Baron Spaur, dass dieser ihm helfe, eine Novelle zu verfassen, die er in der von Tron herausgegebenen Literaturzeitschrift veröffentlichen möchte, um den Stadtkommandanten, den er nicht ausstehen kann, bei dessen literarischen Versuchen zu übertrumpfen.

Auch Teil 3 der Serie um Commisario Tron glänzt wieder mit hervorragend getroffener Atmosphäre und Stimmung; farbig gezeichnete, teils herrlich schräge Charaktere bevölkern die Geschichte; der knifflige Kriminalfall wird amüsant erzählt. Ein sehr empfehlenswerter Roman.

Reviewed von Sabine R., 30.12.07

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