"Das Haus in Georgetown"

Autorin: Emilie Richards

Originaltitel: Prospect Street

Verlag: Mira

Bewertung: 5.0

 

Faiths bisheriges Leben zerbricht in wenigen Sekunden, als sie ihren Mann, David,  mit seinem Liebhaber entdeckt. Sie reicht sofort die Scheidung ein und muss mit vielen Vorurteilen der Gesellschaft kämpfen. Sogar ihr eigener Vater macht ihr Vorwürfe, sie hätte eine bessere Ehefrau sein müssen, um das zu verhindern.

 

Nach dem Skandal – ein Reporter ertappte David mit seinem Liebhaber Abraham – verliert David seinen Job und hat keine Aussichten wieder in der Politik tätig sein zu können. Deshalb müssen er und Faith ihr gemeinsames Haus verkaufen. Faith, die jetzt allein erziehende Mutter von Remy und Alex ist, muss sich eine Arbeit suchen, ein neues Zuhause aufbauen und ihr Leben wieder in den Griff bekommen.

 

Nach längerem Überlegen bittet Faith ihre Mutter, Lydia, ihr das Haus in der Prospect Street zu überlassen, das bereits von drei Generationen im Familienbesitz ist. Erst zögert Lydia, den das Haus ist sehr baufällig und müsste renoviert werden und es birgt einige düstere Geheimnise, die Lydia vergessen will. Vor Jahren wurde Faiths Schwester Hope, als kleines Baby entführt und bis heute weiß niemand was aus ihr geworden ist.

 

Faith beschließt mit Hilfe ihrer Kinder das Haus selbst zu restaurieren und ihre Mutter lenkt schließlich ein. Mit jedem Tag in dem neuen Haus ändert sich die Beziehung von Lydia und Faith. Es scheint als würde Lydia endlich auftauen – sie verbringt mehr Zeit mit ihren Enkelkindern und lacht auch manchmal wieder. Doch über die Probleme und die Vorwürfe, die die ältere Frau plagen kann sie noch nicht mit Faith reden.

 

Zur gleichen Zeit lernt Faith ihren Nachbarn Pavel besser kennen, der ebenfalls beschlossen hat sein Haus selbst zu renovieren. Langsam wird aus der Freundschaft eine zarte Liebe. Doch dann erfährt Faith, die endlich ihre Familiengeschichte aufarbeiten und herausfinden will, was mit Hope geschah, heraus, dass Pavels Vater damals der Hauptverdächtige war. Dominic, Pavels Vater, war ein Handwerker, der für Lydia arbeitete und kurz nach Hopes Entführung Selbstmord beging.

 

Für Alex und Remy ist es ebenfalls eine schwere Zeit, damit klar zu kommen, dass ihr Vater schwul ist. Schon bald merkt Faith jedoch, dass Alex der Ortswechsel gut tut. Der Junge hatte sich nie auf der Eliteschule wohl gefühlt und blüht erst jetzt richtig auf. Im Gegensatz dazu Remy, die  Vierzehnjährige trifft sich mit College Studenten, schreibt schlechten Noten und beginnt gegen alles zu rebellieren…

 

Ich kannte schon ein paar Kurzgeschichten von Emilie Richards und habe mir von dem Roman nicht all zu viel erwartet. Doch das Buch hat mich sehr positiv überrascht. Die Geschichten von Faith, Lydia und den anderen Frauen des Hauses sind sehr mitreisend und einfühlsam geschrieben. Als das Buch zu Ende war, war ich fast ein bisschen enttäuscht, denn das Buch lässt keinen kalt. Ich kann es jedem empfehlen!

Kritik geschrieben am 18.10.05 von Marina G.

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