"Sperling"

Autorin: Mary Doria Russell

Genre: Scienc-Fiction, Fantasy

Bewertung: 4.5

Als im 21. Jahrhundert zum ersten Mal die Gesänge einer außerirdischen Zivilisation empfangen werden, ist es ausgerechnet die Gesellschaft Jesu, die das erste Raumschiff startet - getreu der Tradition, neu entdeckte Kulturen zu erforschen und zu missionieren. Wie durch Gottes Fügung findet sich eine Gruppe Jesuiten und Wissenschaftler zusammen und macht sich auf den Weg zu den "anderen Kindern Gottes" - während die UNO noch über das Budget debattiert. Auf einer Welt, die seltsam vertraut scheint, werden sie zunächst gastfreundlich empfangen. Doch überleben und zurückkehren wird nur einer: Pater Emilio Sandoz, verstümmelt an Leib und Seele, berichtet unter entsetzlichen Qualen, wie es zu der Katastrophe kommen konnte - soweit der Klappentext.

Die ist ein Buch, das man so schnell nicht vergisst. Ungeduldige Leser werden zwar Probleme haben, beim Lesen durchzuhalten, aber wer die Auflösung der Story wissen möchte und nicht die letzten Kapitel zuerst liest, wird belohnt. Die technischen Details, das gebe ich zu, habe ich überflogen. Alles andere aber habe ich teilweise mehrmals gelesen.

Die Autorin will es dem Leser nicht zu leicht machen. Die Kapitel handeln einmal vom "Jetzt" im Jahr 2060 und zum Anderen vom Jahr 2019. Nur langsam wird bewusst, dass eine unvorstellbare Katastrophe über die kleine Expedition auf dem fremden Planeten gekommen ist, aber man erfährt immer nur ein kleines Stück. Mit der Zeit ist es immer spannender und man fürchtet sich fast davor, was noch geschieht.

Die Kultur auf den Planeten ist mit menschlichen Maßstäben nicht zu erfassen und obwohl es Anzeichen gibt, merkt keiner der kleinen Menschen-Gruppe, was auf sie zukommt. Das anfängliche Gottvertrauen, die liebenswerte Naivität und die Klugheit der Gruppe lassen eine gewisse Sorglosigkeit aufkommen, die gefährlich ist. Sehr, sehr spannend, gleichzeitig aber auch verstörend.

Sehr bemerkenswert fand ich die etwas andere Vorstellung von Gott und der Schöpfung. Die Jesuiten sind wundervoll dargestellt, Menschen, die man selbst gern kennen lernen würde, genau wie auch die anderen Beteiligten . Um so furchtbarer hat mich ihr Schicksal getroffen.

Kritik geschrieben von Carmen, 20.08.2003

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