"Now Playing 1: Midsummer's Nightmare"
Amerikanische
Originalausgabe
Autorin: Sahara
Kelly
Verlag: Changeling
Press
Genre: Erotica (ebook)
Bewertung: 5.0
Als
Maude Henshaw als Regisseurin für die Amateur Theatrical Society
engagiert wurden, konnte sie nicht ahnen, wie schwierig es werden
würde. Kostüme, die nicht passen, oder vergessene Textzeilen
– kein Problem. Sally Pidgeons aus selbigen Kostümen quellende
Brüste und Produzent Marshall Wentworth, der genau diese
Brüste als wertvolles Kapital in Bezug auf Ticket-Verkaufszahlen
sieht – auch kein Problem. Inspizient Colin Fenton, der genau der Traum
ihrer schlaflosen Nächte ist und sie alles in allem ganz heiss
macht, was ganz und gar nicht ihrem üblichen und kühlen
Selbst entspricht – großes Problem!
Colin Fenton hatte keine Ahnung, worauf
er sich einließ, als er einwilligte, als Inspizient für die
Amateur Theatrical Society zu arbeiten. Die Regisseurin Maude Henshaw
ist eine blonde Zicke, mit einem Mundwerk, das sich gewaschen hat.
Leider ist es genau dieser Mund, der ihn auf Ideen bringt, die es ihm
äußerst schwer machen, sich überhaupt noch auf den Job zu
konzentrieren. Und dann ist da noch sein Ruf als "The Death Date”,
dessen Frauen alle glücklich verheiratet in den Armen anderer
Männer enden. Früher hat ihn das nie gestört – aber nun,
da er Maude kennt, scheint es plötzlich sehr sehr wichtig zu sein.
Ich bin mir nicht sicher, ob diese
Geschichte als reine Erotica wirklich funktioniert, denn es ist, wie es
ist: Auf die Länge der Geschichte (50 Seiten, pdf-Datei) bezogen,
gibt es weder außergewöhnlich viel Sex, noch ist der Sex,
der vorkommt, obwohl durchaus gut geschrieben, besonders
außergewöhnlich (obwohl in einer Szene ein interessanter
Apparat benutzt wird – aber hier zu viel zu verraten, würde ja den
Spaß verderben). Wer diese Story also nur wegen der Sexszenen liest,
wird vermutlich enttäuscht werden.
Nach dieser Vorbemerkung
möchte ich diese Geschichte aber dennoch ganz entschieden
empfehlen. Die Charaktere und die Liebesgeschichte sind
glaubwürdig (was eigentlich erstaunlich ist, wenn man die
Kürze der Story bedenkt), und die Geschichte selbst ist gut
geschrieben. Aber vor allem ist sie wirklich lustig. Ich bin schon sehr
gespannt auf zukünftige Fortsetzungen der Serie. Besonders
interessiert mich, was mit Colins Boss Harry und seinem
überneugierigen Hund Betty (der Anstifterin einer vielleicht
leicht ekligen, aber urkomischen Szene in dieser Story) passiert.
Man sollte “Midsummer's Nightmare” also
nicht wegen des sexuellen Kitzels lesen, sondern deshalb, weil sie
einfach Spaß macht. Aber lesen sollte man sie unbedingt.
Kritik geschrieben von Birte, 15.9.2004