"Der dunkle Spiegel"

Autorin: Andrea Schacht

Verlag: Blanvalet HC

Preis: EUR 21,95

Genre: Historischer Krimi

Bewertung: 4.0

Köln, im Sommer des Jahres 1376: Begine Almut Bossart, die Tochter eines Baumeisters, hat jung geheiratet, wurde früh Witwe und lebt nun seit einigen Jahren im Konvent am Eigelstein. Ihr größter Fehler, sie kann einfach nicht ihre Zunge im Zaum halten. Sie betet daher häufig zur Jungfrau Maria um Besserung, aber scheinbar scheint dies Maria wenig zu scheren. So kommt es wie es kommen muss. Bei einem sonntäglichen Kirchgang, als Pater Leonhard in seiner Predigt aus der Bibel zitiert und heftig gegen alle Frauen und deren Dummheit und Verderbtheit wettert, kann Almut wieder einmal nicht an sich halten. Sie unterstellt dem Pater, die Bibel nicht zu kennen, und zitiert ihrerseits gegenteiliges aus der Bibel. Tiefe Stille senkt sich über das Gotteshaus!

Im Haus des Weinhändlers Lipa ist Jean, der Sohn eines befreundeten burgundischen Weingutbesitzers erkrankt. Almut fällt daher die Aufgabe zu, Medizin, die von der Apothekerin des Konvents hergestellt wurde, bei dem Kranken abzugeben. Als dieser kurz danach unter mysteriösen Umständen verstirbt, gerät Almut ganz schnell unter Verdacht, hat doch Lipa sie vor Zeugen als Giftmischerin beschuldigt.

Auch den Inquisitor von Köln bleiben diese Beschuldigungen nicht verborgen. Schon längst möchte er ein Exempel statuieren, denn insgeheim findet er alle Kölner scheinheilig. So heftet er sich an Almuts Fersen und reibt sich die Hände, als ihm schließlich auch noch die ketzerischen Äußerungen Almuts in der Kirche zugetragen werden.

In ihrer Bedrängnis wird Almut klar, will sie sich aus den Fängen des Inquisitors befreien, muss sie selbst die Umstände des Todes von Jean aufdecken. Mit Hilfe des taubstummen Mädchens Trine, Pater Ivo und der maurischen Hure Aziza, dringt sie immer tiefer in die Geheimnisse des Hauses Lipa ein. Bald gerät auch sie in Gefahr.

Mit Almut hat die Autorin eine spitzzüngige Heldin erschaffen, der man einfach nicht widerstehen kann. Sie wird uns auch weiter erhalten bleiben, denn es ist der 1. Band einer Serie. Eine schöne Geschichte aus dem mittelalterlichen Köln, der Krimiteil ist allerdings m. E. etwas zu durchsichtig geraten. Aber wer es gerne humorvoll mag, wird an diesem Buch bestimmt seine Freude haben.

Kritik geschrieben am 11.9.03 von Uschi

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