"Venedig sehen und sterben"

Originaltitel: Deadly to the Sight

Autor: Edward Sklepowich

Verlag: Ullstein-Verlag,2002, 367 S.

ISBN: 3-548-25306-7

Bewertung: 4.0

Ein neuer Fall aus der in Venedig spielenden Serie um den etwas exzentrischen Schriftsteller und Hobbydetektiv Urbino Macintyre und seine gute Freundin, die Contessa Barbara da Capo-Zendrini. Nach einem langen Aufenthalt in Marokko ist Urbino in Begleitung des von ihm protegierten, äußerst talentierten jungen Künstlers Habibin sein geliebtes Venedig zurückgekehrt. Urbino, der sich auf geruhsame Stunden mit Contessa Barbara gefreut hat, wird von dieser jedoch mit beunruhigenden Nachrichten konfrontiert: die alte, über siebzigjährige ehemalige Spitzenstickerin Nina Crivelli aus Burano versucht Barbara mit Informationen über verstorbene Person, die Barbaras Herzen sehr nahe steht, zu erpressen. Bei dieser Person kann es sich nur um den verstorbenen Conte handeln, vermutet Barbara - doch welcher Art sollen diese Informationen sein, gibt es überhaupt etwas, das Nina Crivelli wissen könnte?

Dann wird Nina, die auf Burano mit ihrem fünfzigjährigen Sohn, den sie sein ganzes Leben lang stets gegängelt und beherrscht hatte, eines Tages tot in dem Restaurant aufgefunden, indem sie als Aushilfe tätig war; für die Polizei ist es ein normaler Tod durch Herzinfarkt; Urbino jedoch ist sich da nicht ganz so sicher. Was wusste Nina überhaupt? Welche Rolle spielt der etwas exzentrische Kreis um die Restaurantbesitzerin Regina, die deutsche Malerin Frieda, den Kunsthändler Polidoro und andere? Dann wird Polidoro überfallen und schwer verletzt, und kurz darauf geschieht ein weiterer Mord - Habib wird verhaftet; als Ausländer hat er natürlich besonders schlechte Karten. Urbino setzt alles daran, um zu beweisen, dass Habib unschuldig ist, auch wenn selbst er und Barbara einige Zweifel zu hegen beginnen.

Ein eher ruhiger, manchmal etwas gar zu gemächlicher Krimi, der mehr von der ausgezeichnet beschriebenen Stimmung und Atmosphäre Venedigs, den gut dargestellten, teils exzentrischen Haupt- und Nebencharakteren und den "Kombinierereien" Urbinos lebt als von der tatsächlich erzeugten Spannung. Wer Action am laufenden Band erwartet, ist hier fehl am Platze; ansonsten jedoch ein empfehlenswerter Roman.

Review von Sabine R., 30.04.2002

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