"Mitternachtsrosen"

Autorin: Alexa Smart

Bewertung: 4.0

Die Angst geht um auf den Straßen Londons. Der sogenannte "Dämon von Barkshire" überfällt, misshandelt und tötet Frauen in nebeligen Nächten.

Die junge talentierte Malerin Amaryllis Meeks ist jedoch eine überzeugt Verfechterin der Frauenrechte und hält sich für eine aufgeschlossen, moderne Frau. Deshalb schlägt sie nach einer heimlichen Visite eines Anatomievortrages ihres Bruders Talbot vor seinen Studenten, auch dessen Warnung in den Wind und macht sich alleine auf den Heimweg. Doch auf den verlassenen Straßen taucht auf dem Nebel die Gestalt eines unheimlichen Wesens auf und versucht sie zu erwürgen. Nur das rechtzeitige Eintreffen des Earl of Blackstock, Victor Saville, rettet ihr das Leben. Victor nimmt die bewusstlose Amaryllis, die er für ein Straßenmädchen hält, mit zu sich nach Hause. Am nächsten Morgen schenkt Amaryllis der Erzählung ihres Retters keinen Glauben, hält ihn gar selbst für den Dämon und flüchtet aus seinem Haus, nachdem sie ihn niedergeschlagen hat. Erst später, nachdem sie aus dem Gedächtnis eine Zeichnung ihres Angreifers angefertigt hat, erkennt sie ihren Fehler.

Kurzentschlossensucht sie den Earl auf, um sich zu entschuldigen. Doch das Treffen verläuft anders als geplant. Victor bietet ihr an, für ihn zu arbeiten und das Buch über Rosenzucht, das er im Moment verfasst zu illustrieren. Amaryllis willigt ein und bei der gemeinsamen Arbeit kommen sich die beiden rasch näher. Aber Talbot, Victors Hausarzt, traut dem Earl nicht, denn ein dunkles Geheimnis liegt in seiner Vergangenheit. Als ein weiterer Mord geschieht und Victor erneut unter Verdacht gerät, muss Amaryllis sich entscheiden, wem sie trauen kann.

Meine Meinung: Nach langer Zeit mal wieder ein klassischer Liebesroman, dachte ich. Doch diese Geschichte ist mehr als die alltägliche Geschichte eines jungfräulichen Mädchens, die einem düsteren Fremden erliegt. Hier gelingt es der Autorin mit den Genres zu spielen. Ein wenig Krimi, eine Prise Horror und ansprechende Liebesszenen historisch verpackt. Nichts überwiegt und dadurch gewinnt der Roman. Er hebt sich für mich angenehm von der Maße ab, unterhält, vergnügt und lässt gruseln. Besonders nach dem, zugegebener Weise, melodramatischen Ende, hält die Geschichte noch einmal mit einem kleinen Bonbon für Literaturkenner auf. Ich fand die Erzählweise sehr angenehm und leicht verständlich. Die Story war immer detailliert, aber nie zu ausführlich, immer spannend, ohne sich zu ziehen und selbst das unvermeintliche Ende der Liebesgeschichte war amüsant und harmonisch eingegliedert.  Bei einer so leichten und unterhaltenden Lektüre, habe ich tatsächlich Lust auf mehr bekommen. da darf es gerne öfter mal ein Liebesroman sein.

Fazit: Frankenstein auf Liebespfaden

Review, 23.07.2002 von Tara vom Buecher4um

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