(Band 1 bis 15 sowie Zusatzband 16)
Autor: Fuyumi Soryo
Verlag: Panini Verlag ("Planet Shojo")
Bewertung: 5.0
In Fuyumi Soryos erfolgreichster Manga-Serie
wird in 15 Bänden die Liebesgeschichte der beiden Sonderlinge, Kira Aso
und Rei Kashino erzählt.
Kira hat sich in ihre eigene Welt zurückgezogen, spricht mit niemandem
und lebt nur für ihre Malerei. Rei ist ein Schönling und Schürzenjäger,
neigt zur Grausamkeit und außer Sex interessiert ihn nur sein Motorrad,
denn er fährt Motorrad-Rennen und will Profi-Rennfahrer werden. Rei
verkörpert alles, was die schüchterne Kira verachtet.
Rei wird aufgrund ihrer Malerei auf Kira aufmerksam und verwickelt Kira
in ein Gespräch. Kira merkt, dass sie Rei wider Erwarten sehr gerne mag
und bittet ihn, ihr Modell zu stehen. Er wiederum schwingt sich künftig
als ihr Beschützer auf.
Rei und Kira merken schnell, dass sie sich verliebt haben und
zusammengehören. Allerdings ist ihre Umwelt den beiden alles andere als
wohlgesonnen und bis zum Happy End der beiden ist es ein steiniger Weg.
Eifersüchtige Ex-Freundinnen von Rei machen es Kira zu Beginn der
Beziehung nicht leicht und auch ihre Mutter sieht ihre Beziehung zu Rei
nicht gerne.
Das Problem in der Beziehung ist jedoch nicht nur die Außenwelt, sondern
auch die Vergangenheit von Rei und Kira. Rei fühlt sich verantwortlich
für den Selbstmord seines Zwillingsbruders Sei. Er war in
psychiatrischer Behandlung, hat seit Seis Tod einen Knacks weg und wurde
zig Mal verhaftet. Erst die Beziehung zu Kira gibt ihm Halt und
Stabilität.
Richtig problematisch wird es, als sich der psychopathische Schönling
Makio Kirishima auf Rei fixiert, den er für einen Seelenverwandten hält.
Makio versucht sogar Kira umzubringen.
Kira wiederum rennt ihm bei jeder amourösen Annäherung panisch davon und
Rei kann sich ihr Verhalten nicht erklären. Was Rei nicht weiß: Kira
wurde einige Jahre zuvor von ihrem Stiefvater vergewaltigt.
Als Kiras Stiefvater ihr wieder zu nahe kommt flieht sie zu Rei und
zieht bei ihm ein (wonach sich auch das „Sexproblem“ der beiden löst…).
Eine Zeitlang scheint alles problemlos zu laufen: die beiden sind
glücklich und Rei macht Kira einen Heiratsantrag. Aber Kiras Stiefvater
spürt Kira auf und will sie nach Hause holen.
Rei sieht nur eine Chance, um Kira aus den Klauen ihres Stiefvaters zu
befreien: er versöhnt sich mit seinem Vater, einem schwerreichen
Industriellen mit großer Macht und Einfluss. Dieser holt Rei und Kira zu
sich nach Hause, wo sie als Verlobte weiterhin wohnen sollen. Rei soll
die Rennfahrerei aufgeben und in den Konzern seines Vaters einsteigen,
während Kira Kunst studieren soll. Im Haus von Reis Vater kommen Rei und
Kira dem Geheimnis um die Tode von Sei sowie Reis Mutter auf die Spur.
Rei schließt daraufhin endgültig Frieden mit seinem Vater.
Als Kira merkt wie unglücklich Rei ohne seine Motorräder ist, überredet
sie seinen Vater, dass Rei Profi-Rennfahrer werden darf. Reis Vater gibt
seine Genehmigung. Prompt verunglückt Rei bei seinem nächsten Rennen und
Kira ist unsicher, ob sie die ständige Angst um Rei aushalten wird. Um
ihr etwas von ihrer Angst zu nehmen heiratet Rei Kira.
Alles könnte perfekt für die beiden sein, wenn nicht Makio Rei an dessen
Hochzeitstag vor einem Supermarkt auflauern und ihn niederstechen würde!
Reis Überleben steht auf Messers Schneide …
Bewertung:
„Mars“ gehört für mich zu den schönsten
Liebesgeschichten der Manga-Welt und ist aufgrund seiner düsteren Seiten –
Vergewaltigung/Kindesmissbrauch, Selbstmord, Gewalt und Mobbing – weniger für
Teenies als für ältere Leser geeignet. Den schönen Rei und die herzige Kira
schließt man schon nach wenigen Seiten ins Herz und wenn man Band 15 beendet hat
ist es fast ein Schock, denn man möchte Rei und Kira noch gar nicht verlassen,
nachdem man sie drei Jahre lang (der Handlungszeitraum der Serie) begleitet hat.
„Mars“ hat übrigens, auch wenn die Beschreibung hochdramatisch klingt, auch
viele lustige Momente. Rei ist wohl der Traum jeder Frau: wild, attraktiv, liebt
seine schüchterne Freundin über alles (seine gelegentlichen Blicke auf die
Brüste schöner Frauen verzeiht man Rei gerne) und würde sich für sie umbringen
lassen. Man kommt als Leserin gar nicht umhin, alle paar Seiten gerührt und ein
wenig neidvoll zu aufzuseufzen …
Fuyumi Soryos Zeichenstil ist gekonnt und mit zarten Strichen haucht sie ihren
Charakteren Leben ein. Die Gesichtsausdrücke und Körpersprache sind so
aussagekräftig, dass es kaum Worte braucht. Auch die Motorradrennen sind überaus
gekonnt und authentisch dargestellt.
Tipps:
Auch wenn es ein Loch in den Geldbeutel reißt, sollte
man unbedingt alle 15 Bände auf einen Schlag kaufen, denn man kann die Bücher
nicht mehr aus der Hand legen! Band 16, der nur ein Zusatzband ist, ist dagegen
kein Pflichtprogramm. Band 16 besteht aus drei Kurzgeschichten. Die erste
Kurzgeschichte ist die Vorgeschichte von „Mars“ und behandelt die Freundschaft
zwischen Rei und seinem Freund Tatsuya. Eine eher unbefriedigende Geschichte, da
man nach Band 15 nicht das Bedürfnis hat, noch einmal VOR dem Beginn der
eigentlichen „Mars“-Story anzusetzen. Mir persönlich wäre eine andere
Bonus-Geschichte lieber gewesen, z.B. dass Rei als Rennfahrer einen wichtigen
Titel gewinnt. Die beiden anderen Kurzgeschichten in „Mars 16“ haben mit „Mars“
nichts zu tun und sind bei weitem nicht so gut wie die Kurzgeschichten in Fuyumi
Soryos „Short Stories“-Trilogie.
Wer nach der Lektüre von „Mars“ noch nicht genug von Rei und Kira hat, der kann
seine Wände mit den beiden schmücken, denn im Handel sind zwei „Mars“-Poster
erhältlich, die die Cover-Illustrationen von Band 1 und Band 9 im Großformat
zeigen. Leider kein ganz billiger Spaß.
„Mars“ wurde übrigens kürzlich verfilmt! Die Motorradrennen wurden an
Originalschauplätzen in Japan gedreht und die TV-Serie des Regisseurs Cai Yue
Xun lief im Jahr 2004 sehr erfolgreich in Taiwan.
Geschrieben von Angela am 17.03.06.
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