"Der lange Weg nach Hause"

Originaltitel: The Long Road Home

Autorin: Danielle Steel

Bewertung: 4.0

Jahrelang leidet Gabriella Harrison unter den Misshandlungen ihrer kaltherzigen Mutter. Erst als die Ehe der Eltern zerbricht, findet sie die Wärme und Geborgenheit: hinter den schützenden Mauern eines Klosters. Dort verliebt sie sich in den Priester Joe Connors, doch der Traum von einer gemeinsamen Zukunft wird gewaltsam zerstört. Verwundet an Körper und  Seele macht sich Gabriella erneut auf die Suche - nach Liebe, Vertrauen und einem Zuhause.

Eine von Danielle Steels stärkeren Werken. Hier geht es nicht nur um die ewige Frage, wann finden sie endlich zueinander, sondern die Autorin zeichnet den Lebens- und Leidensweg einer jungen Frau, die trotz unzähliger Rückschläge in ihrem Leben, nicht aufgibt. Gabriella ist ein Mensch, den man nicht nur auf Grund ihrer schweren Kindheit schnell ins Herz schließt. Besonders interessant fand ich, dass man, ähnlich wie Gabbie, ihren Vater lange Zeit in einem verklärten Licht sieht.  Manchmal hatte ich in den Eindruck, dass die Autorin ihrer Hauptperson etwas viel Schicksalsschläge zumutet und etwas viel Duldsamkeit mitgegeben hat.

Nun gut, wenn man das Buch als Drama einer verwundeten Seele betrachtet,  die dennoch immer wieder aufsteht, muss es wohl so sein. Wenn ich ehrlich bin, hat das nicht wirklich das Lesevergnügen gestört. Die Frage ist, inwieweit man hier von Vergnügen sprechen kann. Denn es ist unumgänglich, dass man Mitleid mit Gabriella bekommt und sie beschützen möchte. Ähnlich wie sie selbst, wünscht man sich, dass sie das Kloster nie mehr verlassen muss und gönnt ihr gleichzeitig das kurze Glück mit Joe. Doch auch die Einstellung zu seiner Person ändert sich mit Gabbies Meinung über ihn. Hier liegt meiner Meinung nach die herausragendste Leistung dieses Buches. Leid können viele beschreiben, doch immer  wieder neue Hoffnung zu fassen und doch wieder von geliebten Menschen enttäuscht zu werden und dies alles realistisch durch die Augen der "Heldin" zu erleben, ist eine Gabe, die ich Danielle Steel zugute halte.  Sicher wurde dieses Thema auch schon mit mehr psychologischen Tiefgang behandelt, trotzdem ist dieser Roman für mich mehr als pure Trivialunterhaltung. Er geht zu Herzen, rüttelt an unseren Gewissen und lässt erkennen, dass es immer Hoffnung zu geben scheint. Weil ich das Ende zum Rest des Buches etwas lieblos abgehandelt finde und mir mehr Seelenleben von Gabbie gewünscht hätte, gibt es einen kleinen Punktabzug.

Review von Tara vom Bücherforum,19.03.2002

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