|| Still Lake || Rancho Diablo || Chasing Trouble || Rocky Road || Tangled Lies ||
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Sophie Davis zieht mit ihrer Mutter und ihrer
kleinen Schwester aus der Großstadt in ein altes Inn an einem idyllischen See in
Vermont. Das Hotel stand nach einem Mord, der für einen Riesenskandal sorgte
jahrelang leer. Sophie will es herrichten und wieder eröffnen. Mitten in den
Stress bestehend aus der Renovierung, ihrer von Alzheimer geplagten Mutter und
einer pubertierenden Schwester platzt ein neuer Nachbar, der sich nicht weit von
ihr in einem kleinen Cottage eingerichtet hat. Sophie wird recht schnell klar,
dass "John" mehr ist als er ihr gegenüber zugibt ...
"John" ist in Wirklichkeit Thomas Griffin, der vor 20 Jahren wegen der Morde an
den Töchtern (oder so ähnlich, ist schon ein bisschen her, dass ich das Buch
gelesen habe) der damaligen Besitzer des Hotels verurteilt wurde. Er ist
unschuldig und will jetzt endlich raus finden, was damals wirklich passiert ist.
Das Buch ist meiner Meinung nach einer der schwächeren Stuarts - was aber eine
relative Meinung ist, denn ein schwacher Stuart ist in der Regel immer noch
besser als viele andere Bücher. Trotzdem hat er einige Punkte, die für mich
irgendwie nicht wirklich zusammenpassten: Die Spannung für den Leser bezüglich
"John" ist fast nicht vorhanden. Normalerweise lässt Anne Stuart den Leser immer
nur so viel über ihre Helden wissen, wie deren Gegenpart auch weiss. Hier
allerdings hat der Leser immer Informationen mehr als Sophie und das nimmt der
Story einiges. Die Beziehung zwischen Sophie und Thomas ist relativ schwach
ausgearbeitet. Ein absolut klassisches Happy End darf man bei Anne Stuart zwar
nie erwarten, aber hier springt der Funke leider nicht über..
Review geschrieben von Alex W., 26.02.07
Isabella Romney hat sich sechs Wochen lang in ein
Meditationszentrum an der kanadischen Grenze zurückgezogen. Freiwillig? Sicher
nicht - ihr ehemaliger Boss Martin Abruzzi ist wohl doch nicht der harmlose
Gesellschaftslöwe, für den Isabella ihn gehalten hat, sondern ein waschechter
Gangster. Und Isabella hat einige Fotos von Martin, die der gerne wieder hätte.
Außerdem hat Isabella ein Geldproblem, dass sich nur lösen lässt, wenn es ihr
gelingt, Rancho Diablo, die Ranch in Wyoming, auf der sie aufgewachsen ist, an
eine japanische Firma zu verkaufen - allerdings kann sie nicht selbst nach
Wyoming, um den beabsichtigten Verkauf zu organisieren, da sie sich geschworen
hat nie wieder auf die Ranch und zu Luke Cassidy, dem Ziehsohn ihres Vaters,
zurückzukehren. Die Lösung ihrer Probleme? Cousine Becky! Becky hat schließlich
als Teenager immer zu Isabella aufgeschaut und ließ sich von ihr zu so ziemlich
allem überreden. Und so soll Becky, die ihr ziemlich ähnlich sieht, an Isabellas
Stelle zur Rancho Diablo fahren, Luke zu ein paar Unterschriften bewegen und -
wer weiss - vielleicht verliebt sich Luke ja sogar in Becky?
Doch irgendwie kommt alles ganz anders, als Isabella geplant hat: Luke und den
anderen Bewohnern der Ranch fällt sofort auf, dass die junge Frau im Haus nicht
Isabella ist, Martin und seine Schergen finden Isabella und Becky ist wohl schon
lange nicht mehr die harmlose, naive Person für die Isabella sie immer gehalten
hat. Also macht sie sich doch auf nach Wyoming - um sich endlich Luke, der Ranch
und ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen.
Zuerst 1990 erschienen, ist das hier eines der schwächeren Bücher von Anne
Stuart. Obwohl die Charaktere und deren Konflikte gut gezeichnet sind, bleiben
sie doch recht blass. Das Buch plätschert vor sich hin und lässt - aufgrund der
Kürze und der Menge an parallelen Plotsträngen - einfach zu viele Fragen
ungelöst. Alles in allem zwar ein nettes Lesevergnügen für Zwischendurch, aber
eines, dass man schnell wieder vergisst.
Review geschrieben von Alex W., 26.02.07
Sally MacArthur braucht einen Privatdetektiv.
Ihre Schwester Lucy ist mit ihrem Verlobten verschwunden und hat auch noch einen
wertvollen Falken aus Jade aus der Sammlung ihres Vaters mitgehen lassen. Und
bevor Isaiah MacArthur in fünf Tagen von einer Geschäftsreise nach Hause
zurückkehrt, muss Sally sowohl den Falken als auch ihre Schwester wieder finden.
Also einen Privatdetektiv engagieren. Und wer würde sich besser eignen, fragt
sich Sally - größter Fan von Sam Spade und Philip Marlowe - als jemand mit dem
Namen James Diamond? Einfach perfekt! Sogar James' Büro sieht aus wie in Sallys
Fantasien.
James Diamond, ausgebrannter Cop, der sich als Privatdetektiv mehr schlecht als
recht mit der Beschattung untreuer Ehepartner über Wasser hält, weiss sofort,
dass die Frau, die sich zu allem Überfluss auch noch als "Bridget O'Shaughnessy"
vorstellt, mehr Ärger bedeutet, als ihm lieb ist. Ihre Schwester soll er also
finden? Und dazu noch einen Falken aus Jade? Wo ist er denn hier gelandet?
Mitten in einem Dashiell Hammett-Roman? Als James auch noch erfährt, dass die
ganze Sache etwas mit dem finsteren Calderini-Clan zu tun hat, winkt er dankend
ab. Aber James kann sich Sally, ihrem Charme und ihrem losen Mundwerk dann doch
nicht entziehen und so machen die beiden Jagd auf den Mandschurian Falken.
"Chasing Trouble" ist eines der Bücher Anne Stuarts mit einem leichteren
Unterton. Sally, die etwas oberflächliche, aber doch herzensgute verwöhnte Erbin
ist ein toller Gegenpart zu dem ausgebrannten Cop, der - ohne dass er es will -
jedes Klischee des zynischen Privatdetektivs erfüllt. Beide sind so
gegensätzlich, dass sie sich schon wieder hervorragend ergänzen. Die durch das
ganze Buch gestreuten Anspielungen auf die großen Detektivkrimis der 1930er
Jahre verleihen dem Buch zusätzlich einen besonderen Charme. Ein rundum
empfehlenswertes Leseerlebnis für einen verregneten Sonntagnachmittag.
Review geschrieben von Alex W., 26.02.07
Muscatoon, die kleine Insel vor der Küste Maines
dient zwei recht unterschiedlichen Menschen als Rückzugsort. Seit zwei Jahren
lebt dort Jeannie MacPherson (die eine Hälfte des Tom & Jeannie-Eiscreme-Imperiums) um sich vom jahrelangen Stress ihrer Arbeit zu
erholen. Doch langsam aber sicher verlieren die Ruhe der Insel, die
Teilzeitarbeit als Koch im einzigen Hotel und die andauernden Avancen von Hal
dem Hotelbesitzer ihren Charme. Jeannie sucht eine neue Aufgabe und die scheint
in Gestalt des enigmatischen Matthew Connelly aufzutauchen. Auch Matthew, ein
ehemaliger Mordermittler aus Chicago, ist auf der Insel um sich zu erholen - vom
zwei Jahre währenden Stress der Ermittlungen in einem Serienmordfall und einer
lebensbedrohlichen Verwundung. Jeannie stürzt sich mit ihrer bemutternden Art
auf den Neuankömmling, der ihr jedoch sehr schnell klarmacht, dass er vor allem
eines will - seine Ruhe und Einsamkeit. Sie will sich nicht abweisen lassen und
die beiden beginnen eine Affäre, die damit endet, dass Matthew heimlich seine
Sachen packt und nach Colorado abreist. Aber er hat nicht mit Jeannies
Hartnäckigkeit und seinen eigenen Gefühlen gerechnet....
Gibt es tatsächlich auch durchschnittliche Stuart-Bücher? Es gibt sie. Und
"Rocky Road" ist eines davon. Zuerst 1985 als Harlequin American Romance
erschienen, vermisse ich ihn diesem Buch die Intensität der Figuren, für die ich
Stuart normalerweise zu meinen Lieblingsautoren zähle. Wirklich warm wurde ich
mit beiden Figuren nicht. Stuarts Charakterisierung von Matthew, dem
ausgebrannten Cop auf der Suche nach Erholung und Frieden von seinen Alpträumen
blieb das ganze Buch über ein wenig zu oberflächlich und schwammig. Jeannie
dagegen schwankte zwischen Charme und Penetranz, die sie leider auch nur wenig
sympathisch machen. Mir fehlten bei beiden eine persönliche Entwicklung und das
Leben, das Anne Stuart ihren Charakteren sonst einflösst. Der Plot - vor allem
die Beziehung der beiden und am Ende noch ein kleiner Suspense-Anteil wirkt
stellenweise etwas überladen und dadurch auch unfertig.
Alles in allem ist "Rocky Road" zwar bestimmt kein schlechtes Buch - von Anne
Stuart kann man aber mehr erwarten. Fazit: In eine Sammlung gehört es - zu einem
Lieblingsbuch wird es nicht.
Review geschrieben von Alex W., 11.04.2006
Rachel Chandler ist 12 Jahre alt, als sich ihr
Bruder Emmett an der Uni von Cambridge mit einer Gruppe radikaler Kriegsgegner
einlässt. Eine geplante Aktion der Gruppe läuft schief und versehentlich
explodiert eine Bombe, die mehrere Menschen tötet. Nur Emmett überlebt - aus
purem Glück, denn zur Zeit der Detonation ist er ausser Haus um Pizza zu holen.
Er verschwindet spurlos.
Knapp 16 Jahre später hört Rachel von ihrem Onkel, dass Emmett aufgetaucht ist
und macht sie sich auf nach Hawaii. Doch sehr schnell stellt sie mehrere Dinge
fest: Weder Onkel Harris noch Emmett sind glücklich darüber sie zu sehen. Ihr
Bruder wirkt ganz anders als sie ihn in Erinnerung hat. Und nach und nach kommt
Rachel ein Verdacht - ist es überhaupt ihr Bruder? Oder ist sie einem komplott
auf die Schliche gekommen, dass nur dazu dient, sich des nicht unbeträchtlichen
Vermögens von Emmett Chandler zu bemächtigen?
Faszinierend, dass Stuart bereits 1984 solche seltsamen Helden erschaffen hat,
wie man sie aus ihrer "dunkelsten" Phase Mitte der 1990er kennt. In einem
Romance zu lesen, dass die Heldin beginnt, sich in ihren (vermeintlichen) Bruder
zu verlieben, würde auch 20 Jahre nach Ersterscheinung von "Tangled Lies" noch
hochgezogene Augenbauen auslösen, 1984 muss das Buch skandalös gewirkt haben.
"Emmett Chandler" ist der Typ Held, den Stuart so liebt - düster, fokussiert,
getrieben, "tortured" - womit sie sich zurückhält sind die absolut egotistischen
und fast schon psychopathischen Charakteristika, die James McKinley ("Moonrise")
oder Luke Bardell ("Ritual Sins") beispielsweise auszeichnen.
Auch "Emmett" würde buchstäblich über Leichen gehen um seine Ziele zu erreichen,
lässt sich aber im letzten Moment abhalten. Im Gegensatz zu Stuarts späteren
Helden scheint bei ihm aber ein tatsächliches Loslassen und eine wirkliche
Einsicht in die Zwecklosigkeit aufzutauchen. McKinley und Bardell halten sich
nur zurück, weil sie es wollen, weil sie es für ihre Frauen tun. Anders
ausgedrückt: Chandler ist der klassische "tortured hero", McKinley und Bardell
weisen zusätzlich noch Züge des"Gothic Hero" und einer allgemeinen Soziopathie
auf.
Auch Rachel ist eine typische Stuart-Heldin - eine sich einsam fühlende Frau,
deren auffallendste Erfahrung im Leben darin besteht, immer wieder von Menschen
verlassen oder verraten worden zu sein; die sich aber trotz alledem in ihren
Emotionen stark genug fühlt um sich gegen einen Mann wie "Emmett" durchzusetzen.
Auch mit diesem Buch hat Stuart wieder eine Frauenperönlichkeit geschaffen,
deren Stärke sich vor allem in sogenannten typischen "weiblichen"
Charakteristika wie Mitgefühl, Sanftheit, einer gewissen Demut und der Fähigkeit
zu bedingungsloser Liebe und Hingabe ausdrücken - ohne sie jedoch schwach zu
machen.
Auch wenn der Suspense-Plot ab einem gewissen Punkt nur eine untergeordnete
Rolle im Vergleich zu den Charakterstudien der Hauptcharaktere zu spielen
scheint und die Lösung für den Leser keine echte Überraschung darstellt, ist er
doch gut genug durchdacht und in die Story eingebunden, dass er glaubwürdig
wirkt.
Vor allem das mittlerweile doch beträchtliche Alter des Buches machte mich am
Anfang etwas skeptisch. Ich bin jedoch überaus positiv überrascht worden. Es
lohnt sich auf jeden Fall danach Ausschau zu halten und vielleicht auch etwas
mehr dafür zu bezahlen.
Review geschrieben von Alex W. am 28.03.2006