"Das Parfum"

Autor: Patrick Süskind

Verlag: Diogenes

Bewertung: 4.0


Jean-Baptiste Grenouille wird im stinkenden Paris im 18.ten Jahrhundert geboren. Seine Mutter glaubt ihn tot und kümmert sich daher nicht um ihn. Da sie wegen versuchter Kindstötung gehängt wird, kommt Jean-Baptiste in ein Heim. Was die Ammen gleich erkennen, ist sonderbar: Dieses Kind hat keinen eigenen Geruch. Aber Jean-Baptiste selbst kann riechen, besser als jeder anderer in Paris. Was andere mit ihren Augen oder mit ihren Ohren wahrnehmen, so erriecht er seine Welt und kann jedem Gegenstand einen Geruch zuordnen. Selbst dem Stein!

Er wird herumgeschubst und landet letztendlich bei dem Gerbermeister, wo er sich mit harter Arbeit und Widerstandsfähigkeit eine gewisse Freiheit geschaffen hat. Er darf durch die Stadt spazieren und die Welt erriechen! Dabei fiel ihm der Duft eines jungen Mädchens auf, das besonders reizend auf ihn wirkt. In seiner Gier nach diesem Mädchen tötet er es.

Durch Zufall kann er bei dem Parfumeur Guiseppe Baldini in die Lehre gehen, denn Baldini sieht in Jean-Baptiste ist die letzte Chance, noch einmal von vorn anzufangen. Baldini bringt ihm alles bei, was man über Düfte, Destillerie, Alkohol und Fette wissen muss. Wie ein Schwamm saugt der junge Mann diese Informationen auf und kreiert immer neue Düfte, die Baldini wiederum großen Reichtum schenken.

Aber Jean-Baptiste will mehr. Viel mehr. Er will viel mehr. Was, das weiß er jedoch noch nicht. Er geht freiwillig ins Exil, um zu sich selbst zu finden. Doch da erst bemerkt er mit Entsetzen, das er sich selbst gar nicht riechen kann.

Wie wird der perfekte Duft sein? Und was wird in Grasse noch geschehen?

Mein Fazit: Wir lasen das Buch in der gemeinsamen Leserunde. Es gab sehr viele Passagen darin, die mich von der schriftstellerischen Art begeisterten. Wie z. B. die Beschreibung des mürrischen, aber geldgierigen Parfumeurs Baldini. Ein herrlich, wie scheinheilig, aber dennoch köstlich und amüsant.

Das Ende ist dafür um so grauenvoller und drastischer. Mir irgendwie unverständlich, aber die Persönlichkeit um Grenouille ist sehr mysteriös wie auch sehr negativ. Eine Person, die auf der Suche nach Liebe und Anerkennung ist, sich aber nur im Hass und der Abweisung wohl fühlt. Ist schwierig, sich eine solche Person vorzustellen. Noch schwieriger, sie als Schriftsteller zu erschaffen.

Sicherlich bin ich nicht 100%ig begeistert von diesem Werk, denn stellenweise war es mir auch etwas langatmig. Aber wer dieses Buch liest, der hält ein Werk der Weltliteratur in der Hand. Manchmal malerisch, manchmal auch plump hat der Autor die Szenerie um den Jungen beschrieben, aber stets angemessen.

Vergessen werde ich es nicht, zu empfehlen ist es alle Mal!

Review geschrieben am 11.02.07 von Elke H., Herausgeberin von Monalous Homepage

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