Lissabon, 1499: Jeden
Tag wartet die junge Charlotta de Alvarez, Tochter des königlichen
Admirals, voller Hoffnung darauf, dass Ihr Verlobter, Vasco da Gama,
der sich auf die Suche nach dem Seeweg nach Indien begeben hat, von
seiner gefahrvollen Expedition zurückkommt - doch stets vergebens.
Bald sind es zwei Jahre her, seit Vasco da Gama fortgesegelt war - und
wenn er nicht innerhalb dieser Zeit zurückkommt, wird er für
tot erklärt; was bedeutet, dass Charlotta, die seit ihrer Kindheit
eigentlich Dom Pedro de Corvilhas versprochen war, diesen auch heiraten
müsste. Dom Pedro hatte sich vorher nie für die Realisierung
dieser Verbindung interessiert, erst die Verlobung Charlottas mit da
Gama forderte seinen Ehrgeiz heraus, diesen Rivalen auszuschalten.
Dom Pedro war früher einmal ein stattlicher Mann, doch jetzt ist
er recht heruntergekommen, schlampig, korpulent, tobsüchtig,
unleidlich und übel beleumdet obendrein; und Charlotta versucht
verständlicherweise alles, um einer Heirat mit ihm zu entgehen.
Doch da Gama kehrt nicht zur rechten Zeit zurück, und die
Verlobung zwischen Charlotta und Dom Pedro wird bekannt gegeben. Als da
Gama schließlich doch noch in Lissabon eintrifft, wagt Charlotta schon
zu hoffen, der Verbindung mit Dom Pedro doch noch entkommen zu
können, doch durch geschickte Lügen und Intrigen,
eingefädelt von Dom Pedros windigem Berater Alonso Madrigal,
gelingt es ihm, die beiden Liebenden zu entzweien, und obendrein da
Gama beim König in ein schlechtes Licht zu bringen.
Charlotta ist nun gezwungen, Dom Pedro zu heiraten; es gelingt ihr
jedoch, zu verhindern, dass die Ehe auch vollzogen wird. Dom Pedro,
der, um da Gama auf dessen neuerlicher Fahrt nach Indien zuvorzukommen,
nun eine eigene Expedition ausrichtet, zwingt Charlotta, mit ihm zu
kommen. Charlotta muss noch viele Schwierigkeiten und Gefahren
überstehen, bevor sie auch nur hoffen darf, Vasco da Gama - der
sich von ihr abgewendet hatte, den sie aber immer noch liebt - nur noch
ein einziges Mal sehen zu können.
Leider konnte mich dieser Roman nicht so recht überzeugen; ich
hatte mich gefreut, endlich einmal einen Liebesroman mit dem Schauplatz
Portugal zu finden - doch bleibt das Setting nur mehr oder weniger
"Papp-Kulisse"; die Figuren sind teilweise derart überzogen
gezeichnet, dass sie beinahe schon wie Karikaturen wirken - so wird z.
B. der Bösewicht mit allen nur denkbaren negativen Attributen
versehen; die teilweise übertrieben "blumige" Ausdrucksweise und
häufige (Flüchtigkeits(?))-Fehler (nur ein Beispiel: "... Doch
ganz langsam fiel der Schlaf von ihr ab wie ein welkes Baum vom Blatt.
...) tragen nicht gerade zum Lesegenuss bei.