"Herbstwolken"

Originaltitel:

Autorin: Adriana Trigiani

Verlag: Gebundene Ausgabe, Heyne Verlag, 302 Seiten

Bewertung: 4.0
 

Acht Jahre ist es her, seit die zynische Apothekerin Ave Maria den Minenarbeiter Jack geheiratet hat. Sie hat sich in ihre Rolle als Mutter und Hausfrau in Big Stone Gap eingefunden und ist doch nicht wirklich glücklich.. Das Schicksal hat es nicht ausnahmslos gut mit ihnen gemeint. Durch den tragischen Tod ihres Sohnes Joe müssen beide schmerzlich erfahren, dass Liebe allein nicht immer ausreicht, dauerhaftes Glück zu garantieren. Als Jack auch noch seine Arbeit in der Mine verliert, gerät die Ehe in eine schwere Krise. Ave Maria glaubt alles ohne Jack regeln zu können, doch dabei entfernt sie sich immer mehr von ihrem Mann und treibt ihn in die Arme einer anderen Frau. Eine Reise nach Italien zu Aves Familie, soll die Ehe retten, doch in letzter Minute beschließt Jack zu Hause zu bleiben. Beide sollen die Möglichkeit haben, im Sommer über ihre gemeinsame Zukunft nachzudenken. Ave Maria ist verzweifelt. Doch die Tage mit ihrer Tochter Etta in Italien, öffnen Ave Maria die Augen für die Probleme in ihrem Leben und die Bekanntschaft mit dem charmanten Pete ist daran nicht ganz unschuldig. Als sie nach dem Urlaub in die Blue Ridge Mountain zurückkehren muss, weiß sie, dass sie eine Entscheidung treffen muss...

Wie schön, dass es von dem großartigen Roman "Der beste Sommer unseres Lebens" nun diese Fortsetzung gibt. Doch Vorsicht, die ersten Kapitel sind ein Schock. Als ob man bei einem Märchen erfährt, dass nach "und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende„ der Alltag den Prinzen und die Prinzessin mit all seinen Problemen einholt. Ich war enttäuscht, fast wütend, wie die Autorin meine Illusion von dem perfekten Paar Ave Maria und Jack Mac so ohne Rücksicht zerstören kann. Dabei hätte es jedem, der die beiden aus dem ersten Roman kennt, klar sein müssen, wie schwer es sein würde, bis sich diese unterschiedlichen Charaktere zusammenraufen. Wenn dann noch der Verlust eines Kindes dazu kommt, kann wohl jede Ehe daran zerbrechen. Besonders bei einer Person wie Ave. Nach außen hin stets bemüht und scheinbar glücklich, ist sie eigentlich völlig unzufrieden mit ihrem Leben, fühlt sich unzulänglich als Mutter und Ehefrau und unverstanden von der ganzen Welt. Es dauert viele Schicksalsschläge, Gespräche, Erfahrungen und Beobachtungen der eigenwilligen Charaktere in Big Stone Gap, bis sie erkennt, dass sie es ist, die handeln muss.

Ich war nach der ersten Enttäuschung wieder völlig gefangen von dem wunderbaren Stil der Autorin. Ich konnte nicht aufhören zu lesen und bin für einen Abend völlig in die Welt der Blue Ridge Mountains und der italienischen Bergwelt abgetaucht. Wie schafft es Adriana Trigiani nur, so lebendige Charaktere zu erschaffen, so realistisch das Leben mit seinen Schicksalsschlägen zu beschreiben, ohne sentimental zu werden?

Kurzum, wie kann dieser Roman nur so glaubhaft sein und mich so berühren. Ich denke, es liegt zum einen daran, dass die Autorin viele Erfahrungen ihrer eigenen Geschichte in den Roman einfließen lässt und zum anderen an ihrem unkomplizierten Stil. Meiner Meinung nach, steckt in den Büchern mehr als nur eine gute Story. Vielleicht bin ich voreingenommen, aber für mich bieten sie viele Lebensweisheiten in dem Leben von Ave Maria. Ich kann die Romane dieser Autorin nur empfehlen und hoffe auf viele weitere Bücher von ihr.

Fazit: Realistisch, fesselnd und zu Herzen gehend! Unbedingt Lesen.

Review von Tara vom Buecher4um, 24.07.2002

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