"Freyas Töchter"

Autorin: Dagmar Trodler

Verlag: Blanvalet HC 

Genre: Historical

Preis: 22,90 EUR

Bewertung: 5.0
 

1066: Alienor, die Tochter des Grafen zu Sassenberg, ist nach ihrer Flucht mit Erik auf den Weg nach Norden, in Schleswig gestrandet. Erik hofft, hier ein Schiff zu finden, das sie beide in seine Heimat bringen wird. Die Zeit drängt, denn der Winter steht vor der Tür, bald wird eine Überfahrt nicht mehr möglich sein. Da trifft Erik auf den Handelskaufmann Gisli Svenson, ein alter Freund aus seiner Heimat. Gislis Schiff, der Windvogel, liegt im Hafen. Gisli bietet Erik und Alienor sofort einen Platz für die Überfahrt an. Dankbar nimmt Erik an.

Alienor macht schnell die Erfahrung, dass ihre Angst vor dem Meer nicht unbegründet war, denn das Schiffgerät in stürmische See. Die Mannschaft hat die Orientierung verloren und dass Schiff treibt ziellos im Meer. Mit viel Glück, inzwischen total erschöpft und zermürbt, erreichen sie schließlich den Zielhafen Sigtuna.

Nach kurzer Rast in Gislis Haus, reisen Alienor und Erik sofort weiter zu seiner Mutter. Dort erwartet sie aber eine böse Überraschung. Zwar freut sich Gunhild, die alte Königinmutter, ihren Sohn wieder zu sehen, aber diese fränkische Konkubine will und kann sie nicht akzeptieren. Sie hatte andere Pläne für ihren Sohn. Sie verweist Alienor des Hauses, daraufhin bricht Erik mit seiner Mutter.

Eriks Schwester Sigrun, eine Witwe, gewährt den Beiden Obdach in ihrem Hause. Nur allmählich kann Alienor sich an die Sitten und Gebräuche, an unaussprechliche Namen und all die Götter der Nordmänner gewöhnen. Inzwischen ist der Hof des Königs nach Uppsala zurückgekehrt. Als der König von der wundersamen Rückkehr Eriks erfährt, erhält Erik eine Einladung. Alsbald reisen Alienor und Erik nach Uppsala, dort werden sie auch vom König freundlich empfangen und Erik erneuert seinen Schwur. Allerdings sind nicht alle Anwesenden den Beiden wohl gesonnen, denn einst war Svanhil, die Tochter des Jarl (mächtigster Mann nach dem König) Erik versprochen. Erik willigt ein, Wiedergutmachung zu leisten, die schließlich auch der Jarl akzeptiert. Aber im Stillen brodeln Rachegedanken und Missgunst in der verschmähten Sippe weiter. Spottverse über den Yngling und seiner fränkischen Hure machen die Runde.

Eines Tages wird bei einem Kirchenbesuch, Alienor unfreiwillig Zeugin eines Komplotts. Der Bischof in Uppsala und seine Handlanger wollen die heidnische Opferstätte niederbrennen. Alienor überlegt lange, bis sie sich schließlich Erik anvertraut, dadurch kann diese ruchlose Tat in letzter Sekunde verhindert werden. Das bringt Alienor die Wertschätzung des Königs ein und den Beinamen „die mit dem starken Herzen“.

Zum großen Neunjahresopfer findet ein Fest statt, dort feiern die Nordmänner ihre heidnische Rituale und Blutopfer. Alienor folgt Erik heimlich. Bald wird sich aber Alienor wünschen, dieses Fest nie besucht zu haben, denn nichts wird wieder sein wie es einmal gewesen war. Die Nornen haben bereits die Schicksalsfäden gewoben und werden damit das Leben von Alienor und ihrer Familie von Grund auf ändern.

Dieses Buch schließt nahtlos an "Die Waldgräfin" an. In dieser hinreißenden Geschichte entführt diesmal die Autorin den Leser nach Schweden, zu Geistern, Göttern und allerlei heidnischen Gebräuchen. Gleichzeitig beginnt aber zugleich eine zaghafte Christianisierung. In einem Nachwort schreibt die Autorin, dass es sich hierbei um keine harten Fakten handelt, sie hat ihre Fantasie bemüht, wie es sich in etwa zugetragen haben könnte. Denn bis heute weiß man noch sehr wenig, wie und wann genau die Christianisierung in Schweden stattgefunden hat. Das letzte Wort darüber, dürften daher die Archäologen haben. Auf jeden Fall ist der Autorin wieder ein wunderschöner Roman gelungen, indem zwar die damaligen Verhältnisse wieder unverblümt angesprochen werden, aber zugleich von einer unverbrüchlichen Liebe erzählt, die allen Widrigkeiten trotzt. Daher kann ich dieses Buch nur empfehlen und freue mich schon auf den 3. Band!

Kritik geschrieben am 12.3.03 von Uschi

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