"Wahl des Herzens"

Deutsche Originalausgabe: von 2004

Autorin: Chrystal Walter

Verlag: Panini Verlag, Romanreihe: Ann Royalty, Band 1

Preis: 1,99 Euro

Bewertung: 1.0

Kurz vor ihrer Hochzeit mit Graf Maximilian von Aalburg trifft die Komtess Carlotta von Liebenfels ihre ehemalige große Liebe, Quentin von Rodenhausen, wieder. Ihre Familie hatte sie und den verarmten Adeligen seinerzeit auseinandergebracht und sie dazu gedrängt, sich mit Maximilian zu verloben.

Quentin hat Carlotta genauso wenig vergessen wie sie ihn und während eines Urlaubes der gesamten „Adelsclique“ auf den Malediven versucht er, sich ihr zu nähern – was zu Konflikten zwischen den „Bundesbrüdern“ Maximilan und Quentin führt. Während eines Tauchgangs treiben Quentin und Carlotta aus Versehen ab und verbringen notgedrungen einige Zeit auf einer einsamen Insel miteinander, wo den beiden klar wird, daß sie sich nach wie vor lieben.

Nach ihrer Rückkehr besteht Carlottas Familie auf ihrer Heirat mit Maximilian doch Carlotta ist schwanger von Quentin. Ihre Familie versucht nun erst recht alles, um die beiden auseinander zu treiben...

Ich bin tolerant gegenüber jeglicher Art  von Liebesromanliteratur, d.h. auch Adels- oder Bergromanen – doch hier ist mein Geduldsfaden gerissen. Spätestens bei dem Duell der beiden Burschenschaftler Quentin und Maximilian hätte ich den Roman am liebsten in die Mülltonne entsorgt (was Studentenverbindungen betrifft, kenne ich mich sehr gut aus und das hier dargstellte Duell entspricht vom Zeitgeist eher der Zeit um 1899 und hat eher „Alt-Heidelberg-Touch“ als die des sogenannten „modernen Adels“ (den diese Amore-Reihe ja eigentlich darstellen will).

Die weinerliche, unselbständige, willenlose Heldin paßt ebenfalls eher in diese Zeitbild als ins Jahr 2004. Dieser Roman hat mich nicht entspannt, sondern nur wütend gemacht. Und das permanente Herumreiten auf dem Motto „noblesse oblige“ hat mich auch nicht gerade milder gestimmt. An mich als Leser wird vor allem folgende Botschaft vermittelt: Adlige sind besser als der „gemeine“ Bürger und – igitt – mit dem gemeinen Pöbel sollte man sich auch nie vermischen, denn. Komisch, daß selbst seit einiger Zeit in den großen Königshäusern Europas fröhlich blaues Blut mit dem der Bürgerlichen gekreuzt wird. Dies scheint sich aber nicht zu den „Rodenhausens, Liebenfels’ und Aalburgs in diesem Roman herumgesprochen zu haben (Auszug einer Aussage Carlottas Freundin Alexandra Carlaus dem Epilog: „... Nach außen hin dürfen wir nicht gegen die Etikette verstoßen. Schließlich haben wir Vorbildfunktion und stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Adel verpflichtet eben...“)

Ich schätze die Autorin Chrystal Walter hoch ein und freue mich trotz dieses (bestimmt einmaligen) Ausrutschers auf ihre weiteren Romane.

Reviewed von Angela W. am 26.06.2004

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