England,
1857: Nach dem Tode ihrer Mutter, mit der sie zwanzig Jahre lang
in ärmlichen Verhältnissen in London gelebt hatte, steht die
fünfundzwanzigjährige Leyla Pemberton ganz alleine auf der
Welt; da fällt ihr wieder der Brief ihrer Großtante Sylvia in die
Hände, mit dem diese ihre Mutter auf den Landsitz der Familie,
Pemberton Hurst, eingeladen hatte. Leylas Mutter hatte nur wenig von
der Vergangenheit gesprochen, und auch Leyla hat kaum Erinnerungen an
ihre Kindheit auf Pemberton Hurst, sie weiß nur, dass damals, beim
Tode ihres Vaters und Bruders, etwas schreckliches geschehen sein muss.
Leyla, die den Geschehnissen der Vergangenheit auf die Spur kommen
möchte, reist nach Pemberton Hurst - dort wird sie jedoch
zunächst voller Misstrauen empfangen. Über den alten
düster wirkenden Landsitz herrscht Abigail Pemberton, die
achtzigjährige, tyrannische und kaltherzige Großmutter der
Familie; weitere Bewohner sind Onkel Henry und Tante Anna, deren Sohn
Theo, der die familieneigenen Spinnereibetriebe leitet; sowie Colin und
Martha, die von einem weiteren, ebenfalls verstorbenen Sohn Abigails
abstammen. Alle Familienmitglieder zeigen sich Leylas Versuchen, ihre
Vergangenheit zu erforschen, ablehnend gegenüber; einzig der
unkonventionelle Colin gibt ihr einige wichtige Hinweise. Auf allen
Mitgliedern der Familie Pemberton scheint ein Fluch zu liegen, dem sie
früher oder später zum Opfer fallen - Leyla glaubt
zunächst jedoch nicht an die Existenz eines solchen Fluches und
versucht tapfer, die Wahrheit zu ergründen. Doch dann fällt
Onkel Henry auf schreckliche Art und Weise dem Fluch zum Opfer, und
Leyla fällt ein unumstößlich scheinender, wissenschaftlicher
Beweis in die Hände - ist nun alles verloren, jede Hoffnung
vergeblich?
Spannend erzählte, atmosphärisch dichte Geschichte im Stil
der "gothics", mit vielfältigen, interessanten Charakteren und
einer sympathisch wirkenden Heldin, die sich von ihrem Schicksal nicht
unterkriegen lässt. Auch wenn die eine oder andere "geübte
Leserin" nach einer Weile vielleicht schon ahnt, worauf die Sache
hinausläuft, bleibt der Roman spannend bis zum Schluss.