"Es wird alles anders bleiben"

Autorin: Valerie Wilson Wesley

Verlag: Diogenes Verlag, 2001, 423 S.

ISBN: 3-257-06290-7

Bewertung: 4.5

Freitag, der 13. Juni. Ein ganz normaler Tag im Eheleben vom Bauunternehmer Hutch und der Bibliothekarin Eva. Bis folgendes passiert....

Hutch packt seine Koffer und zieht sang- und klanglos aus dem gemeinsamen Haus aus. Eva ist daraufhin wütend und verletzt. Warum? fragt sie sich. Es gab vorher keinen Streit und eine andere Frau ist auch nicht im Spiel. Hutch sagt, dass ihm ihr gemeinsames Leben keine Freude mehr macht. Er fragt sich: "War das schon alles in meinem Leben?" Nun zieht er vorerst zu seinem besten Freund Donald Mason und seiner Frau Raye. Mehrmals quält ihn der Gedanke, zurück zu Eva zu gehen und sie um Verzeihung zu bitten. Bis Hutch sich dazu durchgerungen hatte, beginnt Eva eine Affäre mit Isaiah Lonesome, dem Ex-Freund ihrer Tochter.

Im Laufe der Zeit passieren viele Dinge. Hutch beginnt eine Affäre mit Raye Mason. Steven, Hutchs Sohn, eröffnet ihm, dass er schwul ist. Und Charley, Evas Tochter, ändert ihre berufliche Laufbahn. Von der Juristin steigt sie auf Comedy-Star um. Das alles wirft viel durcheinander, es gibt Streit und auch Versöhnungen. Eva und Hutch erkennen aber, dass ihre Affären nur auf körperlicher Anziehung basieren und sie ihren jeweiligen Ehepartner doch noch lieben und auch vermissen. Langsam knüpfen sie wieder zarte Bande, woraus eine beständige Beziehung wächst. Die Fehler von damals wiederholen sie nicht. Sie haben Achtung voreinander, besprechen gemeinsam ihre Probleme und genießen auch bewusst die kleinen Dinge des Alltags.

Alles in allem ein super Buch. Es liest sich leicht und der Inhalt zieht einen mit. Man ist immer gespannt auf das nächste Kapitel. Die Autorin hat es verstanden, dem Leser die Gedanken und Gefühle der Figuren rüberzubringen. Gut gemacht war die Kapitelaufteilung. Es wurde jeweils in der Ich-Form von den jeweiligen Personen in der Kapitelüberschrift erzählt. So wurde die Handlung immer aus einer anderen Perspektive geschildert. Die Autorin hat über ein sehr aktuelles Thema geschrieben. Wobei es im richtigen Leben nicht immer so ein schönes Happy End gibt.

Vom Inhalt hat mir nicht gefallen, dass beide Ehepartner während ihrer Trennungszeit Affären eingegangen sind. Das war beim Lesen absehbar und irgendwie triefig. Ich fand es überzogen. Trennung - Heul - neue vermeintliche Liebe - Herzschmerz - wieder Trennung - und voll Liebe wieder zueinander finden. Ich hätte gern gelesen, wie die Ehepartner die Krise ohne diese Affären bewältigt hätten.

Valerie W. Wesley hat bisher viele Krimis geschrieben. Wer sie als Krimiautorin kennt, sollte auf keinen Fall diesen Roman von ihr verpassen!

Review von Dorit, 24.01.2002

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