Autor: Carlos Ruiz Zafon
Verlag: Insel Verlag, 2003
Bewertung: 5.0
Als der zehnjährige Daniel, von
seinem Vater geführt, den geheimen 'Friedhof der Vergessenen Bücher' betritt,
ahnt er nicht, dass in diesem unwirklich scheinenden Labyrinth sein Leben eine
drastische Wende nehmen wird. Er darf sich ein Buch auswählen, für das er allein
die Verantwortung trägt. Das Exemplar, das er sich aus dem Regal greift, 'Der
Schatten des Windes' von einem gewissen Julian Carax, wird ihn nicht mehr
loslassen. Daniel, der allein mit seinem Vater im grauen Barcelona der
Franco-Ära aufwächst, ist fasziniert von der Geschichte, die er liest. Er macht
sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Autor, will wissen, wer dieser
Mensch war, was ihm widerfahren ist, warum nur noch so wenige Bücher von ihm
erhalten sind. Was als neugieriges Spiel beginnt, wird rasch zur Bedrohung, als
ein Mann mit narbiger Ledermaske auftaucht, der hinter Daniels Exemplar her ist.
das Unheimliche bekommt auf einmal beängstigend konkrete Gestalt.
Daniels Leben gerät mit den Jahren mehr und mehr in den Bann des mysteriösen
Autors, von dem keiner weiß, ob er noch lebt und warum jemand all seine Bücher
bis aufs letzte Exemplar zu vernichten sucht. Die Menschen, denen Daniel
begegnet, auch die Frauen, in die er sich verliebt, scheinen nur Figuren in
diesem großen Spiel zu sein. Sie alle haben es darauf abgesehen, Daniel in die
Irre zu führen. Und so stürzt er mitten in die abenteuerliche Handlung seines
Lieblingsromans; es ist als ob die vergangene Geschichte sich in seinem Leben
wiederhole, das von den Schatten furchtbarer Ereignisse verdunkelt zu werden
droht.
Wow! Selten hat mich ein Buch so gefesselt wie dieses. Die Wortspiele, die gekonnte Ausdrucksweise und die spannende Geschichte ergeben zusammen einen Mix, der unwiderstehlich ist. Und auch die Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz! Mag sein, dass er nicht so mitreißt wie ein Illuminati von Dan Brown, aber im Gegensatz zu dem mag man „Den Schatten des Windes" gerne ein zweites und drittes Mal lesen, denn sein Zauber verfliegt nicht. Ich habe mir überall kleine Zettelchen hineingelegt, um die schönsten Wortverflechtungen auf Anhieb wieder zufinden. Alles in allem: Es lohnt sich!
Geschrieben von Sandra R., 20.04.06