Ein Traum wird wahr

        Bereits seit November 1996 kenne ich Pam, meine E-mail Freundin aus Texas. Durch einen Zufall (wie das halt so geht im Internet), bin ich auf ihrer Homepage gelandet und gleich so begeistert gewesen, daß ich ihr eine E-mail geschrieben hab. Eigentlich hab ich gar nicht mit einer Antwort gerechnet, denn ich hab damals in meinen Anfangsphasen als Surferin die Erfahrung gemacht, daß viele ihre E-mails gar nicht beantworten. Aber nach einer Woche hatte ich dann doch tatsächlich eine Reaktion von ihr in meinem elektronischen Briefkasten. Und von da ab war die Freundschaft zwischen uns beiden nicht mehr zu stoppen.

        Vorletztes Jahr hat sie mich dann eingeladen sie doch mal zu besuchen. Pam wohnt in Corpus Christi in Texas. Zuerst hab ich mich ja damit rausreden können, daß ich keinen Reisepaß hab. Aber dann hat mich die Vorstellung doch so gereizt, das ich mir einen Paß besorgt habe. Und jetzt standen eigentlich nur noch die Kosten für einen Flug einem Besuch im Weg. Dem hab ich mit einem Besuch im Reisebüro geholfen, und siehe da, man hatte sogar einen Flug, der in mein bescheidenes Budget gepaßt hat. Also hab ich mich vormerken lassen, mit meinem Chef den Urlaub geklärt und mit Pam die Zeit für den Besuch, tja, und dann hatte ich auf einmal meine Tickets. Und schneller als ich denke konnte sind die drei Monate bis zu meinem Abflug vergangen.

        Am 12.03.98 war es dann endlich soweit. Ich mußte mich frühs mit Beruhigungstabletten ruhigstellen ... grins .... damit ich es überhaupt bis auf den Flughafen geschafft habe. Schließlich sollte ich das erste mal "abheben" und dann auch noch ganz allein. Aber mit Hilfe von Margitta (ihr Mann arbeitet bei der Lufthansa) bin ich doch ziemlich gut vorbereitet gewesen und meinem Bruder Roland wurde die ehrenvolle Aufgabe zuteil, mich an den Flughafen nach Frankfurt zu bringen.
         
        Leider ging an diesem Tag dann aber noch so alles schief, was schief gehen konnte. Nachdem ich endlich im Flieger saß, verschob der Captain erst den Abflug um 15 Minuten und dann nochmals um weitere 15 Minuten nur um uns irgendwann mitzuteilen, daß man ein kleines technisches Problem mit der Benzinpumpe habe. Nach zwei langen qualvollen Stunden ging die Boeing dann endlich in die Luft und ich war total fertig, weil ich doch von Chicago aus einen Anschlußflug nach San Antonio hatte, und mir die Zeit zum Umsteigen davonlief.

        Um 18.00 Uhr Ortszeit sind wir auf dem Chicagoer Flughafen gelandet und ich war schon total fertig, weil mir nur noch knapp eine Stunde blieb, meinen anderen Flieger zu finden. Als erstes muß man ja die Einwanderungsbehörde passieren. Wie es der Zufall will, standen dort schon Massen von Leuten Schlange. Ich habe dann mitbekommen das man ganz hinten einen Schalter speziell für Anschlußflüge geöffnet hat, dort bin ich durch, ans Gepäckband gerannt, hab meinen Koffer gerafft und bin im Eiltempo zum Zoll. Tja irgendwie muß ich wohl meinen Reisepaß nicht so richtig festgehalten haben, denn plötzlich rief jemand hinter mir: "Miss, you lost your passport!" Man stelle sich nur vor wenn dort nicht jemand so aufmerksam gewesen wäre, oh je, das hätte ganz schön ins Auge gehen können.

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